Weiterführendes
Bild: "Men's Ba', New Year's Day
1906"
Foto: Tom Kent

Lizenz: „Photo courtesy of Orkney
Library and Photographic Archive“


Rechtliche Ansprüche weist die Regierung von Orkney
ganz offiziell von sich: Mitmachen und Zusehen erfol-
gen stets auf eigene Gefahr; entsprechende Flugblätter
werden öffentlich ausgehangen. Versuche, die Spiele
zu verbieten, waren nie sonderlich fruchtbar und wur-
den auch von keinem Politiker allzu vehement voran-
getrieben – schließlich will man wiedergewählt werden!
Die Polizei macht von ihrer Befugnis, für Recht und
Ordnung zu sorgen, an Ba' Game-Tagen auch nur sehr
eingeschränkt Gebrauch: Einer von ihnen, der in den
1950er Jahren im aktiven Dienst war, erzählt, er endete
meist als lebende Kleiderstange, vollgepackt mit Jacken, Hüten, Flaschen und
anderem hinderlichen Zeug.


Die kuriosesten Spiele


Manchmal, wenn Spieler sich um den Ba' besonders verdient gemacht haben oder das
Zuschauen noch amüsanter ist als sonst, gehen Spiele in die Geschichte ein. Über
diese Ba' Games spricht man in Kirkwall noch heute:

Es ist unumstößlich: Das Spielfeld ist variabel – gespielt wird da, wo der Ba' ist, auch
wenn das bedeutet, ihm in den winterlichen See hinterherzuspringen. Dass das
Spiel vorübergehend ins eiskalte nordschottische Wasser verlegt wurde, kam sogar
schon öfter vor und war für die Zuschauer immer ein riesiger Spaß. Ein Zeitungsbericht
aus dem Jahr 1951 erzählt, wie der Ba' in den Peedie-See geriet und Spieler für Spieler
hinterhersprang. Auf der dünnen Eisfläche schlitterte der Ba' immer wieder außer
Reichweite, während die Männer robbend, schwimmend und watend hinterher
mussten.

Man erzählt sich in Kirkwall auch die Sage vom nie beendeten Ba'. Sie handelt von zwei
Freunden, der eine ein Doonie, der andere als Uppie geboren. Als der Doonie im Ver-
laufe des Spiels unbemerkt mit dem Ba' entkommen konnte, stellte ihn sein Freund, der
Uppie, in einer Seitenstraße. Keiner wollte eine Niederlage einstecken, aber man
fürchtete auch um die lebenslange Freundschaft. Statt den Wettkampf auszutragen,
versteckten sie daher den Ba' für immer. Es handelt sich zwar nur um eine Sage und
nicht um bewiesene Tatsachen, aber vor einigen Jahren wurde in den Dachsparren
eines alten Stalls ein ziemlich ramponierter, uralter Ba' gefunden...

Im Jahr 1948 waren zwei Spieler besonders bemüht, ein spektakuläres Spiel abzulie-
fern: Ein Augenzeuge, der damals selbst mitspielte, erzählt, dass die zwei mitsamt Ba'
vor den nicht verbarrikadierten Fenstern eines Hotels standen. Das brachte einen von
ihnen auf die Idee, mit dem Kopf voran geradewegs in das Schlafzimmer des Hotel-
besitzers zu springen. Der andere rannte zusammen mit dem Rest der Meute zum
Vordereingang, und schließlich kämpften sie unter dem Bett des Besitzers um den Ba'.
Dann verließ die gesamte Truppe das Hotel durch den Hintereingang. Der Hotelbesitzer
verzichtete auf Schadensersatz...

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