Weiterführendes
Bild: "Eissegeln"
Foto: Andrzej Luczak
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Alle aktuellen Infos zum Thema Eissegeln gibt es hier.

Segelgebiete

Wo kann man Eissegeln? Überall in Europa, wo große zugefrorene Seen das Segeln in Höchstgeschwindigkeit zulassen gibt es Eissegelgebiete. In Deutschland ist, sofern es die Wetterlage mal wieder zulässt, vor allem der Rangsdorfer See bei Berlin zu nennen, eines der Zentren des deutschen Eissegelsports. Über die deutschen Grenzen hinaus zählen unter Anderem die Masurischen Seen in Polen zum bevorzugten Gebiet der Eissegler.

Regeln


Einen Segelschein braucht man, im Gegensatz zum Segeln auf dem Wasser, beim
Eissegeln nicht. Jedoch sollte man mit den Regeln der Sportart vertraut sein, bevor
man sich das erste Mal auf die Kufen begibt. Rechts vor links? Das gilt auf dem Eis
nicht. Für Eissegler gelten so genannte Wegerecht-Regeln. Damit man bei Höchstge-
schwindigkeit immer noch den Durchblick behält, sollten diese Regeln sitzen. Aus-
giebige Regelkunde gibt es hier.
Bei einer Regatta flitzen die Eissegler, eingeteilt in Gruppen von maximal 50 Seglern,
über die 1,5 km bis 2,5 km langen Rundkurse um die Wette. Da die Rennen mindes-
tens über 6,44 km (4 Meilen) gehen müssen, werden die Runden mehrmals absolviert.
In den Gruppen gibt es eine strikte Teilnehmerhierarchie. In der Gold-Flotte, der Kö-
nigsgruppe der Eissegler, treten neben den besten Segler der Rangliste auch 12
Qualifizierte aus der untergeordneten Silber-Gruppe an. Gestartet wird – wie beim
Bobfahren – mit Anschieben des Schlittens. Und genau wie beim Bobfahren ist die
Startphase besonders entscheidend für die Rennsituation.

Ganz billig ist der Sport nicht: Die Preise für einen Schlitten samt Kufen reichen von
1500 Euro bis zur High-End-Lösung im preislichen Bereich eines Mittelklassewagens.
Für talentierte Bastler stehen im Netz auch Baupläne für die Eigenkonstruktionen zur

Verfügung. Wer ganz auf den Schlitten verzichten möchte, schnallt sich einfach
Schlittschuhe an und lässt sich mit einem Windsurfsegel über das Eis jagen.
Viele Schweden machen das und nennen das Ganze Eissurfen. Ob segeln oder surfen,
eine Sache ist besonders wichtig: Gute Thermokleidung und zudem Skibrille, Helm,
Handschuhe und Rennschuhe mit Spikes. Bei der Menge an Material und Ausrüstung
ist ein größerer Wagen sicherlich förderlich. Außerdem zeitliche Flexibilität und ein
Höchstmaß an Abenteuerlust, den neben der hohen Geschwindigkeit ist diese
Sportart vor allem durch seine exotischen Randbedingungen geprägt. Wer sich vor-
stellen kann, seine Wochenenden an abgeschiedenen Orten wie dem Baikalsee in
Sibirien zu verbringen, tagsüber, sofern es die Bedingungen zulassen, mit extremen
Geschwindigkeiten über das Eis zu rasen, und abends in spartanisch eingerichteten
Blockhütten mit seinen Segelgefährten über den Kick beim Eisflitzen zu philosophieren,
für den ist Eissegeln die Adrenalinalternative im Winter. Wer’s einmal macht, so sagen
die Eissegler, hängt sowieso am Haken.

Mit besonderen Dank an Jörg Bohn
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