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- The Official Website of the GAA -

Ein englischer Journalist soll Jahrhunderte später, als die Sportart schon mit einheitlichen Regeln aufwartete, Gaelic Football als ein „wohlorganisiertes Gemetzel“ beschrieben haben. Ein Landsmann meinte: „Rugby ist ein Spiel für Raufbolde, das von Gentlemen gespielt wird. Fußball ist ein Spiel für Gentlemen, das von Raufbolden gespielt wird. Gälischer Fußball ist ein Spiel für Raufbolde, das von Raufbolden gespielt wird.“ Auch das Hurling-Spiel war und ist martialisch angelegt. Mit seinen archaischen Schlägern war es vor Jahr-
hunderten ein essentieller Teil in der Entwicklung von einem Jungen hin zu einem Krieger. Auch heutzutage besitzt es noch seinen festen Platz
im Lehrplan von Schulen und somit seinen „Wert“ beim Erwachsenwerden der Kinder.
Im letzten Jahrhundert gab es zwei Ereignisse, die eng mit der Emanzipation und dem

Wunsch nach Unabhängigkeit der Iren zu tun hatten, bei denen Hurling Erwähnung fand: Im Jahre 1916 kam es in Irland zum sogenannten Osteraufstand, bei dem mili-
tante irische Republikaner die Unabhängigkeit von Großbritannien gewaltsam erzwin-
gen wollten. Auf Filmaufnahmen waren junge Männer zu sehen, die unter anderem auch mit ihren Hurling-Schlägern bewaffnet auf die Engländer losgingen. Vier Jahre später errang der Croke Park traurige Berühmtheit, da er nicht nur Austragungsstätte der Partie Dublin gegen Tipperary war, sondern auch Tatort eines Racheaktes des britischen Militärs wurde. Am Morgen des sogenannten Bloody Sunday ermordeten irische Nationalisten zwölf Secret Service Agenten. Stunden später schossen Auxiliaries im Croke Park wild in die Zuschauerreihen und auf das Spielfeld. Es starben 14 Men-
schen, 65 wurden verletzt. Einer der Toten war der Tipperary-Spieler Michael Hogan. Die Gräben waren nicht nur wegen dieser Geschehnisse jahrzehntelang unüberwind-
bar. Die Gaelic Athletic Association (GAA) sicherte durch Rule 21, dass kein Ange-
höriger der britischen Streitkräfte oder der Royal Ulster Constabulary (RUC) jemals der GAA beitreten darf. Diejenigen Iren, die der britischen Armee oder der RUC ange-
hören, werden nicht mehr in den eigenen (GAA-)Reihen akzeptiert.

Rule 21 ist nach wie vor in Kraft.

Die GAA

Die Gaelic Athletic Association wurde 1884 in Thurles gegründet und ist der größte Sportverband Irlands. Die Gründung der GAA begleitete ein wesentliches politisches Element: Die irische Geschichte und das Verhältnis zur Besatzungsmacht England. Die Gründung trug das Ansinnen in sich, die nationalen Sportarten zu unterstützen und damit auch die nationale irische Kultur hochzuhalten. Die katholische Kirche stellte Hurling unter ihren persönlichen Schutz und engagiert sich intensiv durch Pfarrer in vielen Jugendmannschaften als Betreuer. Um sich so weitestgehend wie möglich des „englischen Sportimperialismus“ zu erwehren, entwarf die GAA Rule 27, bekannt als „The Ban“. Diese Regel verbot es, Rugby, Fußball, Hockey und Cricket selbst zu spie-
len, einem Spiel dieser Sportarten beizuwohnen oder diese Sportarten und ihre Veran-
staltungen und Spiele zu unterstützen. Verständlich, dass somit auch keine der ge-
nannten englischen Sportarten auf den Rasenflächen von Hurling- und Gaelic


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