Weiterführendes
Träf? Ries? Nummer? Was war das noch gleich? Unser
Hornusser-ABC
bringt Licht in Dunkel der
Fachbegriffe.


Hornussen - Baseball auf Schwyzerdütsch

Die Schweizer sind schon ein sonderbares Volk: Mitten im Sommer laufen sie mit Schneeschaufeln, die sie in die Luft recken, über Felder und Wiesen. Diesen Eindruck könnten Fremde durchaus bekommen, wenn sie zum ersten Mal Augenzeuge einer Partie Hornussen werden. Obwohl der dynamische Schweizer Nationalsport schon seit rund 400 Jahren gespielt wird, ist er außerhalb seines Entstehungsgebietes kaum bekannt.

Im Grunde genommen ist Hornussen ganz einfach:
Ein Spieler versucht eine Kunststoffkugel, die „Hornuss“ oder „Nouss“, mit einem etwas
abenteuerlich aussehenden Schläger soweit wie möglich zu schlagen. Die gegnerische
Mannschaft hingegen versucht die Hornuss während des Fluges mit der so genannten

„Schindel“, die in der Tat an eine Art Schneeschaufel erinnert, noch vor dem ersten
Bodenkontakt abzufangen. Wie jedoch so häufig im Sport steckt hinter dem, was bei
Profis so locker und leicht ausschaut, eine ausgefeilte Technik, die man nur durch
langes Training erlernen kann.

Vom Kriegsspiel zum Freizeitsport


Seinen Ursprung hat das Hornussen in der Zentralschweiz, genauer gesagt in einer
Gegend, die den meisten durch ihren Käse bekannt ist: Das Emmental. Schon im
17. Jahrhundert wurde das Spiel erstmals erwähnt. Ursprünglich wurde der heute zivile
Zeitvertreib als eine Art Kriegsspiel angesehen. Der Schläger war dabei der Angreifer
und die Hornuss das Geschoss, welches von den verteidigenden Truppen abgewehrt
werden musste. Einige Historiker sehen die Sportart sogar als Symbol für die wehrhafte
Schweizer Demokratie. Fest steht auf jeden Fall, dass damals wie heute die Mann-
schaftsleistung wichtiger war als das Können des Einzelnen. Daher war Hornussen seit
jeher ein Sport, der Menschen verschiedener Alterstufen und sozialer Schichten ver-
bunden hat.

Heute wird Hornussen vor allem in den deutschsprachigen Kantonen Aargau, Solo-
thurn und Bern gespielt. Darüber hinaus ist es kaum bekannt. Lediglich in Südafrika
gibt es einige Vereine, die von Auswanderern gegründet wurden und die alljährlich die
weite Reise zum Eidgenössischen Hornusserfest antreten, um sich mit den Schweizer
Mannschaften zu messen.

Obwohl Hornussen eine Mannschaftssportart ist, lautet das Motto während des Spiels
ständig: „Einer gegen Alle – Alle gegen Einen“. Denn ein einzelner Schläger sieht sich
immer der kompletten gegnerischen Mannschaft gegenüber. Diese besteht je nach
Spielklasse aus 16 oder 18 Spielern. Jeder Spieler muss pro Durchgang (davon gibt es
zwei pro Spiel) jeweils zwei Schläge, unter Hornussern „Streiche“ genannt, ausführen.
Dafür hat er jedoch nur vier Schlagversuche.

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