Weiterführendes
Träf? Ries? Nummer? Was war das noch gleich? Unser
Hornusser-ABC
bringt Licht in Dunkel der
Fachbegriffe.


Ausrüstung und Spielfeld

Dass es, insbesondere für weniger geübte Spieler, gar nicht mal so einfach ist, die Hornuss richtig zu treffen, offenbart ein Blick auf den Schläger. Der „Stecken“ besteht aus einem zwei bis drei Meter langen, flexiblen Schaft aus Kunststoff, Fieberglas oder Kohlefaser. An dessen Ende befindet sich die Schlagfläche, das „Träf“, welches aus Buchen- oder Ahornholz besteht. Zum Abschlag wird die Hornuss mit einem Stück Lehm auf dem „Bock“ befestigt. Diese Metallkonstruktion dient gleichzeitig auch als Führungsschiene für den Stecken und erleichtert das Abschlagen.

Zielgebiet der Hornuss ist das „Ries“. Dieses Spielfeld beginnt 100 Meter hinter dem
Abschlagpunkt. Es ist trapezförmig und mit 200 Metern zwar recht lang, jedoch relativ

schmal. Die Breite beträgt vorne nur acht Meter, am hinteren Spielfeldrand sind es
knapp 15 Meter. Der Schläger muss also genau Maß nehmen, denn landet die Hornuss
außerhalb des Ries’, gibt es keine Punkte. Erreicht sie hingegen das Zielgebiet, so
hängt die Punktzahl von der erzielten Weite ab. Bei 100 Metern Flugweite gibt es einen
Punkt, für alle weiteren zehn Meter jeweils einen Punkt mehr. Ein Schlag auf 180
Meter bringt demnach neun Punkte.

Die Spieler der abwehrenden Mannschaft versuchen den Flug der Hornuss mit ihren
Schindeln aufzuhalten. Diese bestehen aus einer 60 mal 60 Zentimeter großen Holz-
platte mit einem Holzstiel und sehen einer Schaufel nicht unähnlich. Die Hauptaufgabe
der Mannschaft im Ries ist, die Hornuss vor dem ersten Bodenkontakt „abzutun“, also
mit der Schindel zu berühren. Gelingt dies nicht, erhält die schlagende Mannschaft eine
„Nummer“. Das Team, welches am Ende der Partie die meisten Nummern hat, gewinnt.
Erst bei Gleichstand in dieser Wertung werden die Weitenpunkte herangezogen.

Scharfer Schuss


Auch die Wissenschaft hat sich mit dem Hornussen beschäftigt und dabei Erstaunliches
festgestellt. Physiker der Eidgenössischen Technischen Hochschule stellten bei Versu-
chen fest, dass die ehemals kriegerischen Anwandlungen des Spiels gar nicht so weit
hergeholt sind. Denn die Hornuss kann sich wahrlich zum Geschoss entwickeln. Bei ei-
nem perfekten Treffer kann sie über 300 Meter weit und bis zu 70 Meter hoch fliegen.
Beim Abschlag wurden Geschwindigkeiten von über 300 km/h gemessen, und selbst
beim Aufprall auf die Schindel hatte die Hornuss noch bis zu 160 Sachen drauf. Da soll
noch mal jemand behaupten, in der Schweiz ginge es langsam und gemächlich zu!

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