Weiterführendes
Bild: "Klootschießen"
Foto: Gero Meischen

Alles Wissenswerte zu Klootschießen gibt's auf www.friesensport.de

Klootschießen - Kugelstoßen auf Friesisch

Klootschießen – ein Spiel mit langer Tradition. Ein Friesensport. Eine Mischung aus Kugelstoßen und Hammerwerfen. Im Grunde geht es nur darum, eine kleine Holzkugel so weit wie möglich zu werfen. Hört sich leicht an, ist es aber nicht. Erst ein spezieller und spektakulärer Bewegungsablauf macht einen langen Wurf möglich…

Geschichte


Der Ursprung des Friesenspiels Klootschießen ist nicht
eindeutig zu definieren. Zumindest weiß man, dass das Ballspiel erstmals an den nörd-
lichen Küstenregionen auftauchte. Ob das im ostfriesischen oder oldenburgischen
Raum, in Schleswig Holstein, Holland oder in Irland war, ist nicht mehr zu ergründen.

Erste Urkunden, die über das Spiel informieren, sind ca. 500 Jahre alt. Man kann aber
davon ausgehen, dass die Wurzeln des Spiels schon 1500 Jahre zurückliegen. Diese
Annahme wird dadurch unterstrichen, dass Naturforscher 2000 Jahre alte, mit Blei
ausgegossene Kugeln aus getrocknetem Klei gefunden haben, deren Zustand auf den
heutigen Namen „Kloot“ (abgeleitet von "Kluten" = Erdklumpen) hinweist. Diese Kugeln
wiesen schon damals Ähnlichkeit zu den heutigen Klootkugeln auf. Aber was für einen
Zweck erfüllten diese Kugeln? Eine Theorie besagt, dass sich die Küstenbewohner mit
diesen Schlamm-Kugeln bewaffnet gegen Piraten zur Wehr setzten. Eine andere Theo-
rie lautet, dass die Kugeln an Kordeln befestigt und dazu verwendet wurden, vorbei-
treibendes Strandgut zu gewinnen. Ob diesen Theorien Glauben geschenkt werden
kann, ist jedoch strittig. Es scheint jedenfalls so, dass das heutige Wettkampfspiel aus
einer unmittelbaren Notwendigkeit heraus entstand.
Nach der Einführung von moderneren Alltagsgegenständen, die das Kloot – zu wel-
chem Zweck auch immer es benutzt worden war - ablösten, entwickelte sich das heu-
tige Wettkampfspiel, bei denen Dörfer, Gemeinden oder Kirchengemeinden gegenei-
nander antraten. Erstmals wurde das Klootschießen 1510 in Form einer Urkunde fest-
gehalten. Man mag sich wundern, warum es erst so spät niedergeschrieben wurde -

wahrscheinlich sah man solche Bräuche als selbstverständlich an und hielt deshalb nur
außergewöhnliche Ereignisse und Verstöße auf Papier fest. Heute wird das Klootschie-
ßen an der gesamten friesischen Nordseeküste, in Nordirland, in Irland und in Holland
als Leistungssport betrieben. Die Durchführung erfolgt sowohl als Einzel- als auch als
Mannschaftswettbewerb. Der Friesensport verzeichnet zurzeit in der Hauptregion Ol-
denburg/Ostfriesland im „Dachverband Friesischer Klootschießerverband (FKV)“ stolze
40.000 Mitglieder. Unterhalb des Dachverbandes agieren zwei Landesverbände: Olden-
burg (115 Vereine / ca. 15.000 Mitglieder) und Ostfriesland (124 Vereine / ca. 25.000
Mitglieder). Der überwiegende Teil der Mitglieder geht jedoch dem Boßeln nach. Nur
eine kleine "Spitze" von ca. 300 (!) Aktiven pflegt daneben auch die Tradition des Kloot-
schießens. Davon schafft es wiederum nur eine Handvoll Spitzenwerfer, den Kloot 90
Meter oder mehr zu werfen.

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