Weiterführendes
Bild: "Öl-Ringen in Holland"
Foto: Charles Roffey

Lizenz:Creative Commons
Die Originaldatei ist hier zu finden

Der Ursprung


Seinen Ursprung hat der türkische Ölringkampf schon
im Jahr 1361. Da nahm nämlich der Sohn des osma-
nischen Sultans, Süleyman Pascha, mit seinen 40 Krie-
gern eine Festung ein, und als sie diese Aufgabe – viel
zu schnell – erledigt hatten, wurde ihnen langweilig.
Und weil das unter starken Kriegern mit zu viel Freizeit
üblich war, begannen sie alle miteinander zu ringen,
um den Stärksten unter ihnen zu ermitteln. Leider
waren die letzten beiden Kontrahenten aber absolut
gleich stark. Keiner von ihnen wollte aufgeben, und so zog sich ihr Kampf über mehrere
Tage und Nächte, bis sie beide vor Erschöpfung starben. Die Kameraden der beiden
Unglücksraben beerdigten sie und zogen dann weiter, um die Stadt Edirne einzuneh-
men. An der Stelle, wo sie beerdigt worden waren – unter einem Feigenbaum übrigens
– entsprangen zahlreiche Quellen aus reinem Wasser, und so wurde dieser Ort
„Kirkpinar” getauft, was übersetzt „40 Quellen” heißt.

Der Öl-Ringkampf geht auf Reisen


Um Yagli Gures live zu erleben, muss man aber nicht erst in die Türkei fahren: Im Jahr
1996 wurde in Amsterdam die erste Weltmeisterschaft ausgetragen, und 2004 gab es
denn auch hier in Deutschland, in Frankfurt am Main, eine Landesmeisterschaft.
Dass Yagli Gures zu den härtesten Kampfsportarten zählt und besonderes Können
erfordert, scheint nicht nur Gerede zu sein. Bewiesen wurde das von einigen türkischen
Athleten, die in den 1960er Jahren ihr Land bei den Olympischen Spielen vertraten.
Da räumten sie nämlich so ziemlich alle Medaillen ab, die im Bereich Bodenkampfsport
zu holen waren. Für die Türkei bedeutete das sogar den sechsten Platz im internatio-
nalen Medaillenspiegel – und damit die erfolgreichsten Olympischen Spiele überhaupt!


Das Spiel


Obwohl man dem Ölringkampf nachsagt, eine der schwierigsten, kompliziertesten
Bodenkampfsportarten zu sein, sind die Grundregeln des Kirkpinar-Turniers recht
schnell erklärt:

1. Vor Beginn des Turniers wird in der Regel die Grabstätte der beiden ersten Kämpfer
aus dem Jahr 1361 aufgesucht und ein Gebet gesprochen. Anschließend zieht man in
das Sarayiçi-Stadion ein.

2. Es finden immer einige Kämpfe gleichzeitig statt. Der Schiedsrichter eröffnet den
Kampf mit einem Gebet zu Allah und achtet dann darauf, dass die Kontrahenten sich
nicht in irgendwelche Körperöffnungen greifen – das ist nämlich verboten (in die Leder-
hose greifen ist aber ausdrücklich erlaubt; wer das schafft, kann seinen Gegner
relativ leicht kontrollieren).

    - 1 -     - 2 -     - 3 -