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Bild: "Le Parkour"
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Weiterführendes

- Parkour Grundbewegungen -

Le Parkour

Aus dem Großstadtdschungel eines Randbezirks von Paris hat sich in den vergangenen Jahren eine neue Sportart ihren Weg in die Metropolen Europas gebahnt. Ihre Anhänger nennen sich „Traceure“, ihr Erfinder ist der Franzose David Belle, „Le Parkour“ ihr Name. Das Grundprinzip ist einfach: Laufe von Punkt A nach Punkt B, auf dem kürzesten Weg. Hindernisse werden über-
wunden, nicht umgangen. Egal ob ein parkendes Auto, eine Mauer, Treppe oder gar die Kluft zwischen zwei Häuserdächern – es gibt nicht viel, um das ein geübter Traceur einen Bogen macht.

Die „Méthode Naturelle“

Obwohl Parkour in seiner heutigen Form von David Belle und einigen Freunden Ende der 1980er Jahre entwickelt wurde, basiert es auf der deutlich älteren Lehre der „Méthode Naturelle“. Ende des 19. Jahrhunderts kam Georges Hébert als Marineoffizier nach Afrika. Dort faszinierte ihn vor allem die Kraft, Ausdauer und Gesundheit der Ur-
einwohner, obwohl sie nie einen anderen Sportlehrer als die Natur selbst hatten. Später half Hébert bei einem Vulkanausbruch auf der Insel St. Martinique bei der Ret-
tung etlicher Menschen, was sein weiteres Leben stark prägte. Zurück in Frankreich kombinierte er das Training in der freien Natur mit einer altruistischen Lebensein-
stellung zur Méthode Naturelle. Sein Motto: „Sei stark, um nützlich zu sein“.

Aus dem Dschungel in die Stadt

In den folgenden Jahren wurde die Méthode Naturelle zur Standardausbildung der französischen Streitkräfte. Auf diesem Weg kam auch Raymond Belle als Soldat während des Indochinakrieges in Kontakt mit den Lehren Héberts und gab sie an seinen Sohn David weiter. Neben dem Training auf den natürlichen Trimm-dich-Pfaden


nahm Belle auch Unterricht im Turnen und in Kampfsportarten. Zusammen mit ein paar Freunden gründete Belle 1997 dann die „Yamakasi“. Der Name leitet sich von einem Begriff aus dem afrikanischen Lingala ab und bedeutet frei übersetzt „starker Geist, starker Körper, starker Mensch“. Zusammen begannen sie, ihre „Kunst der Bewegung“ in das urbane Umfeld zu übertragen. Sich selbst nannten sie „Traceure“, sinngemäß übersetzt: „die den Weg ebnen“.

Formen des Parkour

Nach einem Streit über die zukünftige Entwicklung des Parkour trennten sich Belle und Sébastien Foucan zu Beginn des 21. Jahrhunderts von den Yamakasi. Belle vertritt heute die „reine Lehre“ des Parkour. In der Natur geht es vorwiegend darum, an Orte zu kommen, die einem sonst versperrt bleiben würden oder aber darum auf dem schnellsten Weg vor einer Gefahr zu flüchten. Daher steht die gradlinige, schnörkellose Überwindung von Hindernissen im Mittelpunkt von Belles Parkour.

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