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Bild: „Saltando do muro“
Foto: Marco Gomes
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Weiterführendes

- Parkour in Österreich -

Foucan gilt dagegen als Vertreter des so genannten „Free Running“. Im Free Running ist die Bewegung das Entscheidende, nicht ein Mittel, um das Ziel zu errei-
chen. Die Free Runner streuen in ihre Laufwege Salti und andere Elemente aus dem Turnen, Breakdance oder Kampfsport ein. Jeder nimmt seinen eigenen Weg, so wie er kann, wie er es am liebsten mag. Das ist das Motto der kreativen und heute populärsten Parkour-Variante.

Das Besondere / Kuriose

Parkour hat sich längst seinen Weg in die Popkultur geebnet. Free Runner Sébastien
Foucan ist in den Musikvideos zu Madonnas „Jump“ und „Hung up“ zu sehen. Für ihre

„Confessions Tour“ im Jahr 2006 plante er einige Choreografien.

Raymond Belle lernte die Méthode Naturelle – auf der Parkour basiert – zwar als Sol-
dat. Die Philosophie, stark zu sein, um anderen Menschen zu helfen, setzte er aber auch im zivilen Leben um: Er wurde einer der besten Feuerwehrmänner von Paris. Ein Beruf, den später auch Foucan bis zu einem Unfall ausübte.

Für Traceure wie David Belle hat die philosophische Komponente des Parkour einen hohen Stellenwert. Stark sein, seinen eigenen Weg finden, anderen helfen – in diesem Konzept ist für einen Wettbewerbsgedanken kein Platz. Daher werden die von ver-
schiedenen Veranstaltern angeblichen Weltmeisterschaften im Parkour von einem Großteil der Sportler boykottiert.

Im Rahmen der Dokumentation „Jump Britain“ kletterte Foucan auf das Millennium Stadium in Cardiff und sprang über eine mehrere Meter breite Lücke des zum Teil geöffneten Daches, Dutzende Meter über dem Rasen. Solch waghalsige Aktionen hatten großen Anteil an seiner heutigen Popularität. Die Firma K-Swiss verkauft mit

dem Segen Foucans sogar einen eigenen „Free Running Schuh“.

Hersteller Electronics Arts brachte Ende 2008 ein eigenes Parkour-Computerspiel auf den Markt. In „Mirrors Edge“ schlüpft der Spieler in die Rolle der Runnerin Faith, die in einer fiktiven, von einem totalitären Überwachungsstaat kontrollierten Stadt geheime Informationen von Widerständlern über die Dächer der Metropole transportiert.

Dass Foucan als einer der besten Free Runner der Weg gilt, brachte ihm einen Auftritt im James-Bond-Film „Casino Royale“ ein. Dort flüchtete er als Bösewicht vor 007 über eine Großbaustelle und zeigte dabei sein ganzes Können. Lediglich die Szene, in der er hoch über dem Boden von einem Kran zum nächsten springen sollte, wurde mit ei-
nem Stuntman gefilmt. Zwar traute sich Foucan den Sprung durchaus zu, es fand sich aber schlicht keine Versicherung, die das Risiko eines Unfalls tragen wollte.




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