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Bild: "Pesäpallo"
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Alles Wissenswerte zu Pesäpallo
gibt's auf www.pesis.de

Pesäpallo

Ein Stadion, zwei Teams, je neun Spieler, drei Basen, ein Schläger und ein Ball. Wer spontan an das Amerikanische Baseball gedacht hat liegt leider falsch - und irgendwie auch nicht.

Wir befinden uns in Finnland. Die meisten von uns werden beim Versuch an etwas Landestypisches zu denken, unweigerlich an Elch und Sauna denken. Doch Finnland ist vor allem eins: Ein sportbegeistertes Land. Ein Fünftel der Bevölkerung ist in einem Sportverein angemeldet. Sie fahren Ski, spielen Eishockey undim Sommer Pesäpallo. Moment mal, Pesä was? Richtig! Neben Eishockey ist Pesä-
pallo der Nationalsport in Finnland.
Bei neutraler Betrachtung ähnelt der Sport im hohen
Maße dem amerikanischen Baseball.

Nur nennt man ihn hier nicht Baseball sondern eben Pesäpallo. Das finnische Wort
Pesä bedeutet übersetzt Nest und wird im Sinne des englischen Begriffs „Base“ verwen-
det. Und der Name dieses Spieles ist nicht der einzige Unterschied, den sich unsere
nordischen Freunde haben einfallen lassen. Aber dazu später mehr.

Geschichte


Wie kam diese Brennballvariation überhaupt so weit in den Norden? Um das genauer
erklären zu können, blicken wir zurück in das Nord-Amerika der Zwanziger Jahre. Da-
mals verbrachte ein junger Finne namens Lauri Pihkala mehrere Wochen in den Ver-
einigten Staaten. Er war fasziniert von den dortigen Sportangeboten, vor allem aber
von dem amerikanischen Baseball. Ihm gefiel die Klarheit und die Geschwindigkeit des
Spiels und so beschloss er, es nach Finnland zu exportieren, nicht aber ohne die Re-
geln ein wenig zu verändern und weiterzuentwickeln: Vielleicht lag es daran, dass es in
Finnland gar nicht so einfach ist einen Ball weit zu schlagen ohne das dieser dabei in
einem Fjord landet, jedenfalls verkleinerte er das Spielfeld auf 93,5 x 62 Meter und
begrenzte das Spiel auf die Spielfläche. Denn Homeruns, wie man sie aus dem Ame-

rikanischen Baseball kennt, sind bei diesem Sport schlechte Schläge, da sie im Aus
landen und somit ungültig sind. Außerdem schien Ihm ein vertikaler Anwurf des Balles
einfacher und sinnvoller, als der in den Staaten übliche horizontale. Ausgestattet mit
einer Wurftechnik, die eine höhere Trefferquote und ein schnelleres Spiel zur Folge hat,
brachte er das neu erschaffene Pesäpallo, kurz Pesis, mit in seine Heimat und startete
damit - zumindest aus der sportlichen Sichtweise - eine kleine finnische Revolution.
Denn bereits Ende der 30er Jahre war Pesäpallo die beliebteste und meistbesuchte
Sportart. Grund dafür war die Suojeluskunta, die finnische Schutztruppe, die landesweit
eine eigene Liga organisierte. Aber auch die Schulen hatten Anteil am Erfolg der Sport-
art, wo Pesis bis heute als Schulsport betrieben wird. Und wer Talent hat, spielt vielleicht
irgendwann in der„Superpesis“-Liga, der höchsten der fünf finnischen Spielklassen.

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