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Racketlon

Die Kombination von verschiedenen Sportarten hat seit
jeher Tradition in der Sportwelt. Schon die Griechen
kombinierten zu den Olympischen Spielen einzelne
Disziplinen miteinander. Heute gibt es immer mehr
Veranstaltungen und Wettkämpfe, die verschiedene
Sportarten miteinander verknüpfen. Die bekanntesten
Beispiele dafür sind wohl Triathlon, Biathlon und der
Leichtathletik Zehnkampf – allesamt olympisch. Seit
einigen Jahren gibt es nun eine weitere Disziplin,
die vor allem im nördlichen Europa sehr verbreitet ist.
Sie verbindet die vier meist gespielten Rückschlag-
spiele zu einer neuen Sportart: dem Racketlon.

Der erste Pionier des Racketlons war der Engländer Fred Perry. Er wurde 1930 Tisch-
tennisweltmeister und gewann noch im gleichen Jahr das ehrwürdige Tennisturnier von
Wimbledon. Der Ursprung der aktuellen Bewegung ist jedoch in Skandinavien zu fin-
den. Dort trafen sich Mitte der achtziger Jahre vier Sportler um einen Schlägerwett-
kampf zu veranstalten. Jeder Sportler repräsentierte dabei eine der Sportarten Tisch-
tennis, Badminton, Squash und Tennis. Die Zuschauer waren von diesem Turnier so
begeistert, dass die Gemeinschaft der Racketlon-Anhänger schnell größer wurde und
schon 1986 die ersten finnischen Meisterschaften stattfanden. Zeitgleich verliefen viele
weitere parallele Entwicklungen in verschiedenen nördlichen Regionen Europas, bis
2001 das erste internationale Racketlonturnier in Göteborg veranstaltet wurde. Ein
Jahr später folgte die Gründung der Fédération Internationale de Racketlon (FIR) und
eine eigene Worldtour bzw. Weltrangliste.

Nachdem mittlerweile etwa 150 deutsche Spieler auf der internationalen Racketlon-
Tour spielen, wurde Anfang 2008 der Deutsche Racketlon Verband gegründet. Der
Verband dient in erster Linie als organisatorisches Fundament der Sportart, aber auch
die Nachwuchsförderung stellt eine wichtige Aufgabe dar.

Die Spielregeln sind relativ einfach: Wer am meisten Punkte hat, gewinnt. Es treten
immer zwei Spieler in allen vier Sportarten gegeneinander an und spielen in jeder
Sportart je einen Satz bis 21 Punkte. Dabei wird jeder Punkt gewertet. Gespielt wird
vom kleinsten zum größten Racket, also vom Tischtennis- zum Tennisschläger. Diese
Reihenfolge wird nur dann geändert, wenn die Infrastruktur der Sportanlage (unter-
schiedliche Anzahl an verfügbaren Plätzen für die verschiedenen Sportarten) diese
Reihenfolge nicht zulässt. Ansonsten gelten die Regeln der einzelnen Sportarten.


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