Bildrechte
Bild: "Schwingen"
Foto: Martin Bingisser
Lizenz:Creative Commons
Die Originaldatei ist hier zu finden.
Weiterführendes

- Porträts berühmter Schwinger

Entwicklung

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2007 in Aarau (Diaschau) zeigt allein anhand einiger Zahlen, welchen Stellenwert das Schwingen mittlerweile in der Schweiz besitzt. Innerhalb der drei Veranstaltungstage nahmen 279 Schwinger teil, es kamen insgesamt 200.000 Zuschauer in die extra für diesen Anlass errichtete Arena mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Plätzen. Das Schweizer Fernsehen übertrug
live und die nationale Presse berichtete ausführlich.

Techniken und Begriffe

Geboren wurde das Spiel wahrscheinlich beim regellosen Balgen der Schweizer Sennen

und entwickelte sich dann mit der Zeit zum reglementierten Zweikampf. Vorbilder für die Älpler bei der Entwicklung von Grifftechniken waren unter anderem Kühe und ihr Hör-
nerkampf. Die Tiere stehen Stirn an Stirn und versuchen sich zu stoßen. Von einer Sekunde auf die andere geht eine Kuh die Andere von der Seite an und „sticht“ sie zu Boden. Mit „Stich“ wird eine Angriffsform, ein Schwung bezeichnet. Es gibt Hüftschwung und Gammen (von ital.: Gamba = Bein) oder auch von Schwingern selbst entwickelte und dann indirekt nach ihnen benannte Schwünge: der „Brienzer“ soll nach einem Schwinger getauft worden sein, welcher aus Brienz kam. Weitere Schwünge heißen: Kurz, Übersprung, Buur oder Wyberhaagge. Der umgangssprachlich gebrauchte Be-
griff für das Schwingen, „Hosenlupf“, kommt daher, dass sich die Appenzeller an den Hosengurten gefasst haben. Der Begriff Schwingen selbst durch das Hochziehen des Gegners, ihn dann im Kreise schwingen und zu Boden werfen („gebodigt“).

Die Regeln und Turniere

Der Wettkampf findet auf einer mit Sägemehl gepolsterten Fläche statt, die einen


Durchmesser von 10-16 Metern besitzt. Den Schwingern ist klar vorgeschrieben, in welcher Bekleidung sie aufwarten dürfen. Hier wird zwischen den Sennenschwingern und den Turnerschwingern unterschieden. Die Sennenschwinger kommen aus reinen Schwingervereinen und sollen ein „strapazierfähiges, farbiges, jedoch nicht grelles Hemd und eine dunkle lange Hose (keine Mode- oder Fantasiehemden) tragen“. Die Turnerschwinger, meist in Vereinen beheimatet, welche verschiedene Sportarten an-
bieten, ein weißes Leibchen mit kurzen Ärmeln und eine lange, weiße Hose. Innerhalb eines Turniers oder eines Wettkampfs haben die Schwinger sechs oder acht (je nach Anlass) sogenannte Gänge zu bewältigen, die mindestens fünf Minuten dauern sollen und für die sie Punkte von Punktrichtern zugesprochen bekommen. In den Schluss-
gang ziehen die beiden Sportler ein, welche bis dahin den höchsten Punktestand besitzen. Entschieden ist ein solcher Gang, wenn einer der Kämpfer mit dem komplet-
ten oder Teilen des Rückens auf dem Boden des Sägemehlrings aufsetzt. Zusätzlich muss zumindest eine Hand des Werfenden in diesem Moment an der Hose oder am


    - zurück -     - 1 -     - 2 -     - 3 -    - weiter -