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Bild: "Tamburello"
Foto: David Sobiella

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Tamburello

Tamburello – ein spektakuläres Spiel, bei dem vor allem die körperliche Fitness im Vordergrund steht. In verschiedenen Spiel-Varianten muss der Gegner mit einem Schläger, der wie eine Trommel (ital. „Tamburello“ heißt „kleine Trommel“) aussieht, und einem kleinen Ball, ähnlich der Regeln des Volleyballs oder Badmintons, geschlagen werden. Aber was verbirgt sich genau hinter dieser Sportart, die eigentlich viel mehr Bekanntheit verdient, als sie in Deutschland bisher erlangt hat?

Geschichte


Ein Volkssport ohne Ball ist in Italien, dem Ursprungsland des Tamburello, undenkbar.

Bereits Ende des 17. Jahrhunderts gab es ein Ballspiel namens „Bracciale“ ?
der Vorläufer des heutigen Tamburello. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten
Arenen in Florenz, Bologna und Turin erbaut wurden, spielte man auf riesigen Flächen.
Aus dem damaligen Sportgerät, einem röhrenartigen Schläger, entstand der gegen-
wärtige Tamburello-Schläger, der starke Ähnlichkeit zu einer Trommel aufweist.
Der genaue Zeitpunkt der Entstehung von Tamburello ist bis heute jedoch ungeklärt.
Wie schon der „Bracciale“-Schläger bestanden die ersten Tamburello-Schläger aus
Holz mit einer Bespannung aus Pferdeleder. Um den Ballsport Tamburello in Italien
populärer zu machen und zu fördern, wurde 1927 die „Federazione Italiana Palla Tam-
burello“ gegründet – ein Verband, der für alles rund um Tamburello zuständig ist.
Nach nur zwei Jahren wurde dem Verband in der Zeit des italienischen Faschismus die
Eigenständigkeit jedoch wieder entzogen. Erst im Jahre 1946 erhielt der Tamburello-
Verband wieder „prominente“ Unterstützung: In dieser Zeit versuchte der damalige ita-
lienische Diktator Mussolini, aus Tamburello einen Nationalsport zu machen. Allerdings
fühlte sich die italienische Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt mehr dem Volkssport
Fußball zugeneigt, und dieser konnte auch nicht verdrängt werden. Mussolini hätte
gerne zwei Sportarten für „seine“ Politik genutzt: Die Fußballer sollten dem Prestige

des Landes dienen und Tamburello sollte die nationale Identität beschwören. Heute
wird Tamburello hauptsächlich in den ländlichen Regionen Norditaliens und in einigen
Teilen Frankreichs gespielt. In Italien kämpfen in der ersten Liga neun Mannschaften
um die nationale Meisterschaft. In Deutschland wurde Tamburello Mitte der 1990er
Jahre eingeführt. In seinem Urlaub auf Sizilien entdeckte Dirk Ertel das Spiel mit dem
Musikinstrument-ähnlichem Schläger. „Ich habe sofort Gefallen an dem Schläger ge-
funden“, erinnert sich der 41jährige Sportinteressierte. Kurz darauf gründete er mit
seinem damaligen Kommilitonen Kai Lohrengel die Firma „Tamburello Deutschland“,
die als offizielles Organ des internationalen Verbandes (FIJBT) zur Verbreitung von
Tamburello in Deutschland fungiert. Das war 1997. Zehn Jahre später war Deutschland
Ausrichter des Europacups. Durch die Unterstützung der Deutschen Sporthochschule
Köln war es möglich, erstmals ein großes offizielles Turnier außerhalb der Grenzen der
beiden führenden Nationen Italien und Frankreich auszutragen. Momentan steht laut
Ertel die Gründung des ersten deutschen Tamburello-Verband (DTSV) im Vordergrund.

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